Wie misst man Schlaf?

Polysomnographie (PSG)

Der Schlaf wird in der Regel operationalisiert und untersucht mittels Polysomnographie (PSG), einer Kombination aus Elektroenzephalographie (EEG), Elektrookulargraphie, Elektrokardiographie (EKG) und Elektromyographie (EMG). PSG Messungen wie Schlafarchitektur, Einschlaflatenz, Gesamtschlafzeit, Anzahl an Erregung und Erwachen und Schlafeffizienz werden routinemäßig berechnet und charakterisieren eine Nacht. Es gibt Störungen innerhalb dieser Messungen die objektiv Einschlaf- und Durchschlafprobleme überprüfen können. Darüber hinaus, ist es die einzige Möglichkeit physiologisch basierte Schlafstörungen von schlafbezogenen Fehlwahrnemungen zu unterscheiden, wie zB. Patienten die über Schlaflosigkeit klagen aber keine objektiven Ergebnisse in der Polysomnographie aufzeigen.

Schlafarchitektur

Wie die PSG Aufnahmen zeigen, ist der Schlaf in Phasen eingeteilt. Während einer normalen Nacht durchlaufen Menschen in der Regel Schlafstadien mit schnellen Augenbewegungen (REM) und ohne Augenbewegungen (NREM). Nach Rechtschaffen und Kales (1968) wurde der Schlaf klassifiziert in Wachheit, Bewegungszeit, vier NREM Schlafstadien und REM Schlaf. Im Jahr 2007 veröffentlichte die Amerikanische Akademie für Schlafmedizin (AASM) überarbeitete Leitlinien für die Bewertung des Schlafes und den damit verbundnen Ereignissen. Sie haben die Stufen 3 und 4 zur Stufe 3 zusammengefasst und die Bewegungszeit eliminiert, weshalb nur mehr 4 Stufen übrig bleiben: Drei NREM Phasen (N1, N2, N, mit zunehmendem Tiefschlaf) und eine REM Phase (R). Die Schlafstadien werden dabei durch PSG klassifiziert und sind in der Regel in 30-Sekunden-Epochen unterteilt.

Stufe 1 (N1) ist die Phase wo wir einschlafen. Es ist ein sehr leichter Schlaf, in welchem vor allem langsame Wellen auftreten (Theta-Wellen im Bereich zwischen 2 und 7 Hertz, keine K-Komplexe oder Schlafspindeln).
Stufe 2 (N2) zeichnet sich durch bestimmte EEG-Muster aus, den sogenannten Schlafspindeln und K-Komplexen. N2 ist vor allem ein leichter Schlaf mit einer geringen Menge von langsamen Wellen (Delta-Wellen von 0.5 bis 2 Hertz). In dieser Phase verbringen wir ca. 50% der Nacht.
Stufe 3 (N3) wird als Tiefschlaf bezeichnet und besteht hauptsächlich aus langsamen Wellen (Delta-Wellen).

REM Schlaf (Rapid-Eye-Movement) oder Traum oder paradoxer Schlaf ist charakterisiert durch ähnliche Gehirnaktivitäten wie im wachen Zustand, wobei die Muskelaktivität sehr gering ist sodass wir unsere Träume nicht ausführen können.

In der ersten Hälfte der Nacht dominiert der Tiefschlaf, während in der zweiten Nachthälfte ein größerer Anteil von REM Schlaf auftritt.